19.10.2026 | Team OA Brandenburg

In eigener Sache: Anne-Kathrin Gerlieb verstärkt das Team von Open Access Brandenburg

Es gibt eine personelle Veränderung bei der Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg. Seit dem 15. Oktober 2026 kümmert sich Anne-Kathrin Gerlieb (ORCID) vor allem um den Publikationsfonds für Open Access Monografien des Landes Brandenburg. Zusätzlich wird sie auch übergreifend daran mitwirken, Open Access im Land Brandenburg und aus dem Land Brandenburg sichtbar und wirksam weiterzuentwickeln. Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt, sie zu ihrem Hintergrund und ihren Ideen für und Perspektiven auf Open Access zu befragen.

Porträtfotografie von Anne-Kathrin Gerlieb

Anne-Kathrin Gerlieb

  1. Was ist dein professioneller Hintergrund?

Ich vereine drei Erfahrungsbereiche: Förderung, Kommunikation und Forschung zur Sichtbarkeit. Ich habe Förderprogramme entwickelt und geleitet, etwa für den Verband jfp media, der junge Medienschaffende unterstützt oder während der Corona-Pandemie baute ich für TikTok Germany einen Fördertopf von über fünf Millionen Euro auf, der die Kunst- und Kulturszene unterstützte. Ich weiß, wie Förderung funktionieren kann: mit klaren Kriterien, einfacher Antragstellung und guter Beratung.

Als Soziologin untersuche ich, wie Sichtbarkeit gesellschaftlich entsteht und wer sie erhält –  jüngst im Projekt „Wissenschaftlerinnen in die Medien“ unter der Leitung von Prof. Dr. Judith Ackermann sowie in meiner gerade entstehenden Dissertation zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen. Derzeit verantworte ich im Forschungsprojekt VEStOR zu Open Educational Resources unter der Leitung von Prof. Dr. Ellen Euler die strategische Öffentlichkeitsarbeit und unterstütze eine Studie zur Organisationsentwicklung. Das sind Erfahrungen die ich jetzt in meiner Arbeit für die Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open-Access Brandenburg einbringen möchte.

Warum ist Open Access für Dich wichtig?

Weil es um Gerechtigkeit geht. Dass jemand ein Buch oder einen Artikel lesen kann, darf nicht davon abhängen, an welcher Hochschule er oder sie eingeschrieben ist oder ob die Bibliothek den Verlag bezahlen kann. Eine Investition in Open Access ist daher eine Investition in unsere Nachwuchswissenschaftler*innen und in den Wirtschaftsstandort Deutschland. Reputation und Qualität sollten nicht vom Verlagsnamen abhängen, sondern von der Arbeit selbst. In den Kunst- und Geisteswissenschaften ist die Monografie das zentrale Medium, deshalb muss Open Access das Buch als Publikationsmedium mitdenken, dessen Produktion sich von Journals unterscheidet.

Was machst Du in der VuK, und was sind Deine Ziele?

Ab sofort betreue ich die Förderanträge für den Monografienfonds und beantworte alle Fragen dazu. Außerdem unterstütze ich die Kommunikation mit unseren Partner*innen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Ich möchte ein offenes Ohr für die Forschenden und unsere Partnerhochschulen und -bibliotheken sein. Mir ist sehr wichtig, zu verstehen, welche individuellen und übergreifenden Hürden beim Open-Access-Publizieren bestehen, um daraus unsere Beratungs- und Förderangebote gezielt weiterzuentwickeln.

Was zeichnet die Wissenschaftslandschaft in Brandenburg aus, und wie macht Open Access sie sichtbarer?

Brandenburg beheimatet viele staatliche und private Hochschulen nahe Berlin. Das bietet Chancen und stellt zugleich eine Herausforderung dar: Viel Forschung entsteht hier, bleibt jedoch überregional und international oft weniger sichtbar, weil die Aufmerksamkeit meist auf die Bundeshauptstadt gerichtet ist. Die Open-Access-Förderung kann das ändern. Gemeinsame Infrastrukturen, zentrale Dienste wie die VuK und abgestimmte Förderung verstärken diesen Effekt. So wächst aus verstreuter Forschung und Exzellenz ein klares Profil für den Wirtschaftsstandort: Wissenschaft und Innovation aus Brandenburg, die auch international Beachtung findet.

Hab vielen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns sehr auf dein Engagement für offene Wissenschaft im Land Brandenburg.