11.05.2026 | Ben Kaden
Die Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg ist seit März dieses Jahres assoziiertes Mitglied im National Chapter Germany der Coalition for Advancing Research Assessment (CoARA). Damit gewinnt das Thema der Forschungsbewertung in Verbindung mit offener Wissenschaft auch für uns eine neue Bedeutung. Als eine Art Auftaktdokument von unserer Seite legten wir vor Kurzem eine Handreichung vor: Ben Kaden, Philipp Falkenburg, Ellen Euler (2026): Research Assessment Reform: Why CoARA is Essential for Open Science. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.19567919.
Am 28. April 2026 gab es eine Sitzung des CoARA National Chapter Germany, an der wir ebenfalls teilnahmen. Aus der Veranstaltung lassen sich für die VuK und ihre Arbeit fünf Takeaways mitnehmen:
Die Wirkung von Open-Access-Strategien wird bekanntlich verstärkt und durchaus auch kritisch diskutiert. Zugleich stellen sie für die Themensetzung und Aktivierung nach wie vor ein wichtiges Instrument dar. Entsprechend geht es auch bei CoARA weiterhin stark um die Entwicklung von Leitlinien, die einzelne Initiativen, Projekte und Reformansätze zusammenführen. Das passt gut zur VuK und zur Idee einer kodifizierten brandenburgischen Perspektive auf Open Science und Forschungsbewertung.
Neben Leitlinien oder ggf. Policies müssen neue oder alternative Modelle der Forschungsbewertung wirksam in die Praxis überführt werden. Nötig sind Anwendungsfälle, Pilotierungen und vielleicht auch Prototypen. Die VuK wird gezielt danach schauen, an welchen Stellen entsprechende Kooperationen möglich sind.
Das Themenfeld und die Ziele von CoARA müssen für unterschiedliche Zielgruppen jeweils passend aufbereitet und kommuniziert werden. Zu diesen Zielgruppen gehört ausdrücklich auch die Wissenschaftspolitik. Die Möglichkeit, Forschungsbewertung vielfältiger zu denken, und die Rolle von CoARA als Innovationsansatz benötigen mehr Sichtbarkeit. Dies ist primär eine Aufgabe der strategischen Kommunikation. Die VuK verankert das Thema konsequent in ihren Netzwerken, um Stakeholder gezielt zu aktivieren und in den Reformprozess einzubinden.
Forschungsbewertung und Open-Science-Infrastruktur werden immer enger zusammengedacht. Das sieht auch die DFG so und unterstützt, wie Angela Holzer auf der Tagung ausführlich auffächerte, unter anderem Open Research Europe (ORE). Gleichzeitig bleibt die Frage, wie praxistaugliche Lösungen in der Breite implementiert werden können. Daraus ergeben sich weitere Kooperationsideen. Während CoARA hier stark auf die EU-Ebene ausgerichtet ist, kann die VuK diese Aktivitäten und Entwicklungen nach Brandenburg zurückbinden. Ein Verbindungselement könnte zum Beispiel die gezielte Vermittlung entstehender europäischer Diamond-Open-Access-Lösungen für die Einrichtungen im Land sein.
Aktivitäten von Projekten wie ARRAtools4U und insbesondere auch des Helmholtz Open Science Office zeigen, dass die Entwicklung von Tools, datenbasierten Methoden und neuen Ansätzen wie Narrative CVs ein praktischer Weg sind, um neue bzw. alternative Formen der Forschungsbewertung zu realisieren. Auch zu diesen Themen wird die VuK Kompetenzen aufbauen, bündeln und weitergeben.
Die aktuellen Trends in der Forschungsbewertung bewegen sich weg von abstrakten Reformdebatten hin zu stärkerer Kodifizierung, konkreter Umsetzung, zielgruppenspezifischer Kommunikation und toolgestützter Entwicklung von praxisrelevanten Lösungen. Für das Land Brandenburg bietet sich darin die Chance, regionale Perspektiven produktiv mit den europäischen Entwicklungen im CoARA-Kontext zu verzahnen. Die VuK wird diesen Prozess aktiv begleiten und die Einrichtungen des Landes dabei unterstützen, die notwendigen Transformationsschritte kompetent umzusetzen.