Das Hands-On-Lab findet auf der 114. BIBLIOCON in Berlin statt. Die Teilnahme ist daher nur für Teilnehmende an der BIBLIOCON möglich.
Die Vermittlung von Open-Science-Kompetenzen in objektzentrierten und datenintensiven Disziplinen erfordert eine ständige Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Öffnung und Kontrolle, was sich deutlich am Konzeptpaar der FAIR- und CARE-Prinzipien manifestiert. Während FAIR eine möglichst breite und offene Zugänglichkeit, Auffindbarkeit und Nachnutzbarkeit von Daten fordert, formuliert CARE verantwortungsethisch begründete Einschränkungen. Die Erfahrungen aus dem Datenkompetenzzentrum WiNoDa identifizieren weitere Faktoren, die einer vollständigen und FAIR-kompatiblen Öffnung entgegen stehen können. Dazu zählen Fragen der Datensouveränität, disziplinäre Spezifika hinsichtlich Arbeitsweisen und Umgang mit Daten, Schutzansprüche für materielle Forschungsobjekte und -settings, wissenschaftsethische Faktoren, institutionelle und auch kommerzielle Anforderungen sowie oft schlicht Ressourcen und individuelle Priorisierungen. Folgerichtig verschieben sich Diskussionen zu Open Science mittlerweile von einem radikalen Komplettanspruch an Offenheit zu differenzierten, variablen und teils auch pragmatischen Lösungen. Die Formel „so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“ erweist sich für die Praxis als sinnvolle Orientierung. Für die Kompetenzvermittlung und Beratung entstehen daraus wiederum Anforderungen für einen jeweils fachkulturell differenzierten und fundierten Blick auf die konkreten Möglichkeiten und Grenzen von Offenheit.
Das Hands-on-Lab lädt die Teilnehmenden ein, die Formel „so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig“ anhand von Fallbeispielen praxisnah auf typische Beratungssituationen zu übertragen. Begleitend vermitteln wir Erfahrungen und Lösungen aus WiNoDa und stellen diese zur Diskussion und zum Abgleich mit den Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden. Ziel des Workshops ist, Beratenden aus Bibliotheken und Datenservices konkrete Werkzeuge für reflektierte, verantwortungsvolle und fachkulturell sensible Maßnahmen an die Hand zu geben.