06.08.2025 | Ben Kaden
1. Stärkung und strukturelle Verankerung einer innovativen Kultur der Offenheit in Wissenschaft, Forschung und im kulturellen Sektor in Mecklenburg-Vorpommern
2. Vorantreiben der Reform der Wissenschaftsbewertung und Etablierung offener Forschungsinformationen
3. Freie Zugänglichkeit möglichst aller wissenschaftlichen Publikationen von Angehörigen der öffentlich geförderten Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen im Land
4. Aufbau und Unterstützung von sowie Beteiligung an wissenschaftsgetragenen Publikationsinfrastrukturen ohne Kosten für Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser (sogenannte Diamond-Open-Access-Modelle)
5. Verbesserte Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und (Nach-)Nutzbarkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse und digitaler Kulturobjekte im Land Mecklenburg-Vorpommern und damit Stärkung des Wissenstransfers in Wirtschaft und Gesellschaft (Third Mission) sowie der Innovationsfähigkeit des Landes
Open Access ist hierbei von entscheidender Bedeutung, da es den freien Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglicht und so den Transfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik beschleunigt. Dies trägt maßgeblich zur Lösung globaler und lokaler gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Die enge Verbindung von Open Access mit anderen Transferprozessen intensiviert die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und ihren gesellschaftlichen Partnern und fördert eine stärkere Einbindung der Wissenschaft in die Gesellschaft sowie eine informierte Öffentlichkeit und damit evidenzbasierte politische Entscheidungen. (S. 21)Die Berliner Erklärung aus dem Jahr 2003 hatte Open Access als neues Paradigma der Wissenschaft bekanntlich mit dem Ziel „to gain the most benefit for science and society“ ausgerufen. Genau dieser Gedanke findet sich nun also elaboriert und ausdifferenziert wieder. Zum Erreichen der strategischen Ziele formuliert die Strategie konkrete Maßnahmen, die sich an die vier Akteursgruppen (1) das Land Mecklenburg-Vorpommern, (2) die zwei Universitäten (Rostock, Greifswald) und vier staatlichen HAW (Neubrandenburg, Stralsund, Wismar, Rostock) des Landes, (3) die Hochschulbibliotheken sowie (4) die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landes richten. Diese Maßnahmen greifen erwartungsgemäß die wichtigen Entwicklungen der vergangenen Jahre wie Diamond Open Access und wissenschaftsgetragene Publikationsstrukturen, die Brücke zu Forschungsdaten, Forschungsinformationssysteme, Informationsbudgets sowie Künstliche Intelligenz auf. Die progressive Strategie betont außerdem die Notwendigkeit einer Neugestaltung von Forschungs- und Wissenschaftsbewertung – auch im Kontext von Berufungsverfahren – und setzt auf die aktive, transformative Partizipation aller Akteure. Aus Sicht von uns als Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access Brandenburg fällt zudem sehr positiv auf, dass man in Mecklenburg-Vorpommern auch die Einrichtung einer „Servicestelle ‚Open Science'“, also einer Art Landesinitiative in Betracht zieht (S. 22). Aus unserer Sicht und aus den Erfahrungen mit den anderen Landesinitiativen ist dies einerseits zur Koordination und Steuerung der Maßnahmen ins Land hinein sehr wichtig. Andererseits eröffnet so ein dedizierter Anlaufpunkt großartige Möglichkeiten der länderübergreifenden Kooperation und des Erfahrungs- und Expertisetransfers, von dem am Ende Open Access und die Open-Access-Transformation in Deutschland insgesamt profitieren. Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern: Open-Access-Strategie für Wissenschaft und Forschung in Mecklenburg-Vorpommern. Juli 2025. DOI: 10.18453/rosdok_id00004864
Zitierhinweis:
Kaden, Ben (2025): „OA-News: Mecklenburg-Vorpommern hat eine Landesstrategie für Open Access veröffentlicht.“ DOI: 10.59350/oabrandenburg.8938